Fachschulklasse der Kaufmännischen Schulen Tecklenburger Land in London

Am 10. November machte sich die Oberstufe der Fachschule für Wirtschaft auf den Weg nach London.

Die Erwartungen der angehenden staatlich geprüften Betriebswirte waren, dass man möglichst viel von der englischen Kultur, von den Einwohnern und deren Arbeitsbedingungen kennenlernen wollte. Da diese Exkursion nur von Freitag bis Sonntag stattfand, stand ein intensives und erlebnisreiches Wochenende bevor.

Zunächst hieß es um 5 Uhr aufstehen, um zum Flughafen Bremen zu kommen.

Nach den langwierigen Sicherheitskontrollen hob unser Flugzeug endlich um 9:30 Uhr ab. Nach einer Stunde landeten wir dann in London Stansted. Mit dem Stansted Express ging es dann weiter in die London City zu unserem Hotel an der Queens Gate. Es lag in der Nähe vom Hyde Park und war sehr zentral.

Die FSO1 in London City

Nachdem die Zimmer bezogen waren, stand der Besuch der Firma CURVE Ltd im Stadtviertel Hackney an. Einmal quer durch London in der U-Bahn (liebevoll Tube genannt) war ganz schön anstrengend. Man kam in dicht gedrängten Waggons auf Tuchfühlung. Es war heiß und stickig. Endlich wurde die Station Old Street erreicht, wo wir auch auf den Geschäftsführer von Curve Ltd. Tom Gilbert trafen.

Geschäftsführer und Teilhaber der Firma Curve Ltd schlägt den Gong, um die deutschen Gäste anzukündigen.

Er führte uns zu seinem Start-Up Unternehmen. Einige SchülerInnen fanden den Eingang irritierend, da man glaubte sich in einem Hipster Café von London zu befinden. Tom musste lachen und erklärte uns, dass dieses Café sozusagen ein Rückzugsort für die Angestellten sei, um informelle Gespräche führen zu können. Dieses Café gehöre ebenfalls zu Curve Ltd.

Die Geschäftsidee von Curve Ltd. kommt uns aus deutscher Sicht etwas gewöhnungsbedürftig vor. Es wird eine Handy App entwickelt, die eine Verwaltung von mehreren Kreditkarten zeitgleich ermöglicht. Der Kunde braucht nur eine Kreditkarte und kann bei Zahlung entscheiden, welche Kreditkarte belastet werden soll.

Nun gelangten wir in das Herzstück der Firma. Eine ganze Etage mit mehr als 40 Programmiererinnen und Programmierern, die mit der Umsetzung der App beschäftigt waren. Tom schlug den Gong an, um uns als Besuchergruppe anzukündigen. Unsere Studentinnen und Studenten verteilten sich, um mit den einzelnen Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen.

Die deutschen Studentinnen Frau Ratnavel und Frau Damer im Gespräch mit den Curve Ltd Mitarbeitern Frau Conzales aus Spanien und Herrn Wyse aus Canada (v.l.n.r.)

Die Belegschaft war sehr jung (20-30 Jahre) alt und war international aufgestellt (beispielsweise aus Kanada, Polen, Brasilien, Russland, Spanien). Viele sind dem Ruf nach London gefolgt, da sich gerade in dieser Metropole immer mehr IT Firmen niederlassen. Nach den Gesprächen realisierten wir, dass die MitarbeiterInnen ganz viel Geld für wenige Quadratmeter Wohnraum (ein Minizimmer in der Wohngemeinschaft kostet mehr als umgerechnet 900 € Monatsmiete) bezahlten. Alle MitarbeiterInnen schienen jedoch mit ihrem Gehalt und Arbeitsplatz sehr zufrieden zu sein. Es gibt eine flexible Arbeitszeitregelung und zweimal in der Woche kann man von zu Hause arbeiten (home desking). Die anfängliche Anspannung wich und die FSO1 konnte aus erster Hand mehr über das Arbeiten und das Leben in London erfahren.

Am Freitagabend wurde das Freundschaftsspiel England-Deutschland im Wembley Stadion besucht. Die Atmosphäre war einmalig und sehr familiär. Die Klischees von den englischen Fans als Hooligans konnten in keinster Weise bestätigt werden. Im Gegenteil - auch hier kamen wir mit einigen Fans friedlich ins Gespräch.

Die nächsten zwei Tage wurden genutzt, um London kennenzulernen. Alle traditonellen sights wurden besichtigt. Der Skygarden war ein echter Geheimtipp, da man hier eine hervorragende Aussicht auf ganz London hat. Der Besuch des Fischrestaurants Oliver’s  Fish & Chips rundete das Programm ab. Dieses Lokal liegt etwas außerhalb vom Zentrum, doch es ist sehr empfehlenswert. Es war von Einheimischen stark frequentiert, was schon ein gutes Zeichen ist.

Es ergaben sich zahlreiche Gesprächsanlässe während dieser Kursfahrt. Die bereits erworbenen Sprachkompetenzen konnten umgesetzt und stetig verbessert werden.

Am Sonntag kamen wir schließlich gegen Mitternacht erschöpft aber glücklich wieder in Ibbenbüren an.  Alle stimmten zu, dass die Fahrt eine gelungene Exkursion war. Dies kann eigentlich auch nicht anders sein, denn Samuel Johnson sagte schon: “When a man is tired of London, he is tired of life.“