Bankkauffrau/Bankkaufmann

Berufsbild

Der Beruf Bankkauffrau / Bankkaufmann hat sich in den letzten Jahren immer mehr von einem produktbezogenen zu einem kundenorientierten Kommunikationsberuf entwickelt. Fachkenntnisse und Produkt-Know-how bleiben auch für die zukünftigen Bankkaufleute unverzichtbar und haben weiterhin große Bedeutung, aber weniger unter rechtlichen und formalen Aspekten, sondern mit Blick auf den Kunden.

Kunden kaufen kein Produkt wegen dessen technischer oder rechtlicher Ausstattung, sondern nur wegen des mit dem Produkt für den Kunden verbundenen Nutzens. Den Mitarbeitern kommt deshalb am "point of sale" die entscheidende Aufgabe zu, zwischen den Wünschen des Kunden einerseits und den geschäftspolitischen Interessen des Kreditinstituts andererseits zu vermitteln, indem sie den Kunden vom Nutzen der angebotenen Produkte und Dienstleistungen überzeugen. Mitarbeiter, die über kundenorientierte Handlungskompetenz verfügen, sind deshalb die wichtigsten Produktionsfaktoren, das sogenannte Humankapital für die Kreditinstitute.

Anforderungsprofil

Das Anforderungsprofil orientiert sich am Leitbild der Kundenorientierung und richtet sich auf eine stabile Persönlichkeit, die überzeugend, kommunikations- und kontaktfähig, aktiv, kooperativ, verantwortungsbewusst, lernfähig, konzentrations- und leistungsfähig ist, über ein Sprach- und Zahlenverständnis verfügt, ein starkes Interesse für den Beruf mitbringt und nicht zuletzt über ein angemessenes äußeres Erscheinungsbild verfügt.

Bei diesem Anforderungsprofil dürfte es nicht überraschen, dass Ausbildungsverhältnisse fast ausschließlich mit Abiturienten von allgemeinbildenden Gymnasien oder Wirtschaftsgymnasien und erfolgreichen Absolventen von Höheren Handelsschulen abgeschlossen werden. In Einzelfällen werden Ausbildungsverträge auch mit guten Absolventen der Sekundarstufe I mit Fachoberschulreife abgeschlossen.

Ausbildungsverlauf

Die Ausbildung mit der Dauer von drei bzw. zweieinhalb Jahren findet sowohl in den Ausbildungsbetrieben als auch in der Berufsschule statt (duale Ausbildung). Die schulische Ausbildung wird in Form des Blockunterrichts durchgeführt; das bedeutet: Die Auszubildenden sind während eines Schuljahres insgesamt circa 13 Wochen in der Schule, in der übrigen Zeit befinden sie sich zur praktischen Ausbildung in den verschiedenen Bereichen ihres jeweiligen Ausbildungsbetriebes. Die schulische Ausbildung ist fächerübergreifend an 12 Lernfeldern ausgerichtet:

- Privates und betriebliches Handeln am rechtlichen Bedingungsrahmen ausrichten
- Modelle für Marktentscheidungen nutzen
- Einflüsse der Wirtschaftspolitik beurteilen
- Konten führen
- Geld- und Vermögensanlagen anbieten
- Besondere Finanzierungsinstrumente anbieten und über Steuern informieren
- Privatkredite bearbeiten
- Baufinanzierungen und Firmenkredite bearbeiten
- Auslandsgeschäfte abwickeln
- Unternehmensdienstleistungen erfassen und dokumentieren
- Kosten und Erlöse ermitteln und beeinflussen
- Dokumentierte Unternehmensleistungen auswerten


Die Unterrichtsfächer werden in drei Kategorien unterteilt.

a) Berufsübergreifender Bereich
Deutsch, Politik, Religionslehre, Sport

b) Berufsbezogener Bereich
Bankbetriebslehre, Rechnungswesen, Allgemeine Wirtschaftslehre, Datenverarbeitung

c) Differenzierungsbereich
Wirtschaftsenglisch

Berufsabschluss und Berufsaussichten

Die Berufsausbildung endet mit einer gegliederten Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer:

Bankwirtschaft (schriftlich; programmierte und konventionelle Aufgaben; insgesamt 150 Minuten)
Rechnungswesen und Steuerung (schriftlich, programmierte Aufgaben; 60 Minuten)
Wirtschafts- und Sozialkunde (schriftlich; programmierte Aufgaben; 60 Minuten)
Kundenberatung (mündlich; 20 Minuten)
Die Prüfungsteile Bankwirtschaft und Kundenberatung werden bei der Ermittlung der Gesamtnote doppelt gewichtet.

Die Prüfung ist bestanden, wenn die folgenden Bedingungen 1. bis 3. zugleich erfüllt sind:

1. In mindestens drei der vier Prüfungsfächer sind mindestens ausreichende Leistungen erbracht worden.
2. Die Prüfungsleistungen sind in keinem der vier Fächer mit ungenügend bewertet worden.
3. Die Addition der Punkte in den vier Prüfungsfächern ergibt einen Durchschnitt von mindestens 50 Punkten (=ausreichend).

Das Kreditgewerbe hat nach wie vor einen Bedarf an guten Mitarbeitern. Die Berufsaussichten sind daher für Absolventen mit guten Abschlüssen durchaus günstig, gegebenenfalls auch in anderen Branchen, die Mitarbeiter mit hoher Kompetenz in Finanzierungsfragen benötigen. Zudem haben Befragungen unter Bankkaufleuten ergeben, dass die Zufriedenheit mit dem gewählten Beruf bei dem überwiegenden Teil der befragten Ausgebildeten sehr hoch ist.

Informationen zur Anmeldung und Formulare finden Sie hier

Ansprechpartner

Ibbenbüren: Wilfried Schröer, StD

Tel. 05451 50920

Mail: wilfried.schroeer(at)kstlinfo.de